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Internetserie

“KreuzKöllnKops” ermitteln jetzt im Internet

Donnerstag, 20. Mai 2010 02:14  - Von Nina Paulsen

Schwarzes Kleid, rote Lippen, ein tiefes Dekolletee – Lady Lack, das kann man sagen, ist das Klischee einer Femme Fatale. Verführerisch? Sicher. Und dabei berechnend und so zielstrebig, dass sie über Leichen geht.

Berlin Kreuzkölln, ein sonniger Nachmittag. Auftritt der Lady. Mit einem langen Messer in der Hand und einem eiskalten Blick in den Augen hat sie eine junge Passantin, nun ja, abgemurkst. Der Grund ist simpel: Ihr roter Nagellack ist leer. Klingt absurd? Ist es auch.

So oder so ähnlich, in jedem Fall aber mit einem grotesken bis aberwitzigen Verbrechen beginnt jede Folge der neuen zehnteiligen Internetserie “KreuzKöllnKops”. Auch wenn es so klingen mag: Brutal ist die Handlung nicht. Im Gegenteil: Sie ist überdreht, bizarr und zeitweise auch etwas befremdlich. Im Zentrum steht das Ermittlerduo, Sheriff David Held und Kommissar Helma H. Hunsen. Mit ihrem sprechenden Auto tun sie ihr Bestes, um die Verbrechen in ihrem Kiez aufzuklären – leider immer vergeblich.

Held und Hunsen heißen eigentlich David Kramer (31) und Holger Bülow (30) und haben die Serie erdacht, konzipiert und gedreht. Eigentlich sind sie aber Schauspieler. “Wir wollten unbedingt auch mal was hinter der Kamera machen und eigene Ideen umsetzen”, sagt Kramer, der auch schon in der ZDF-Telenovela “Wege zum Glück” eine Hauptrolle spielte. “Dabei bietet das Internet eine unglaublich tolle Plattform.” Konkret heißt das: Völlige Unabhängigkeit von Sponsoren oder Filmförderung. Die KreuzKöllnKops sind eine No-Budget-Produktion, die Kramer und Bülow aus eigener Tasche und mit viel Herzblut bezahlt haben – und zwar ohne die Erwartung, jemals damit Geld zu verdienen. Das ganze Equipment: geliehen. Die Menschen vor und hinter der Kamera: Rund 50 Freunde und Bekannte aus dem Film- und Schauspielbereich, die einfach aus Spaß bei der Produktion mitgemacht haben.

Es ist das gleiche Prinzip, das man seit Jahren von YouTube kennt: Kamera an, sein wie auch immer geartetes Talent zeigen, hochladen. Allermeistens ist das ziemlich unprofessionell – wird aber trotzdem ab und an zu einem Publikumsliebling, der in sechs- bis siebenstelliger Größenordnung geklickt wird. Professionell und allein für das Internet produzierte Serien sind in Deutschland jedoch bislang eher selten.

www.kreuzkoellnkops.de